StP 55 Nr. 6

Tod eines Steuerpflichtigen - Beispiel Satzbestimmung

1. Sachverhalt

Ein bisher gemeinsam mit seiner Ehegattin besteuerter Steuerpflichtiger verstirbt am 15. Juli. Die Einkommens- und Vermögensverhältnisse zeigen folgendes Bild:

Einkommensverhältnisse
im Todesjahr
Bemerkungen bis 15.7.   ab 16.7.      Total   

Lohn Ehefrau
13. Gehalt Ehefrau
AHV Ehemann
AHV-Witwenrente
Pensionskasse Ehemann
Pensionskasse Witwenrente
Wertschriftenertrag
Liegenschaftenertrag 1)
Liegenschaftenunterhalt effektiv 1)
Liegenschaftenunterhalt pauschal 1)  
Fahrt zur Arbeit
Mehrkosten für Verpflegung
effektive übrige Berufsauslagen
Schuldzinsen Hypothek 2)
Versicherungsabzug 3)
Reineinkommen Todesjahr
   

regelmässig
unregelmässig  
regelmässig
regelmässig
regelmässig
regelmässig
unregelmässig
regelmässig
unregelmässig
regelmässig
regelmässig
regelmässig
unregelmässig
regelmässig
regelmässig
   
  

24'000  
0  
10'500  
0  
15'400  
0  
500  
7'800  
-2'500  
    0  
-1'300  
-1'733  
-2'309  
-2'000  
 -3'358  
45'000  
=====  
24'000  
4'000  
0  
6'000  
0  
6'600  
2'000  
6'600  
    0  
-1'320  
-1'100  
-1'467  
-1'992  
-2'000  
 -1'421  
39'900  
=====  
48'000  
4'000  
10'500  
6'000  
15'400  
6'600  
2'500  
14'400  
-2'500  
-1'320  
-2'400  
-3'200  
-4'301  
-4'000  
 -4'779  
84'900  
=====  

1)Der Mietwert aus Selbstnutzung ist nach Dauer der Steuerpflicht aufgeteilt. Die effektiven Unterhaltskosten vom 1. Januar bis 15. Juli (Todestag) werden effektiv deklariert. Ab 16. Juli wird der Pauschalabzug beansprucht.

2)

Zinsfuss Hypothek: 42%; Zinstermine: 31.3., 30.6., 30.9. und 31.12..

3)

Bis zum Todesdatum kann der Versicherungsabzug für Verheiratete beansprucht werden. Danach kann der überlebende Ehegatte nur noch den Versicherungsabzug für Alleinstehende beanspruchen.

Vermögensverhältnisse
im Todesjahr 
  per 15.7.     per 31.12.  

Wertschriften
Liegenschaft
Hypothek
Reinvermögen im Todesjahr  

     

40'000  
400'000  
-200'000  
240'000  
======= 
50'000  
400'000  
-200'000  
250'000  
======  

2. Gemeinsame Veranlagung Ehepaar vom 1.1.  bis 15.7. (Todestag)

Einkommenssteuer
1.1. - 15.7. (Todestag)
Bemerkungen steuerbar  satzbe-
stimmend

Lohn Ehefrau 1)
13. Gehalt 1)
AHV Ehemann 2)
Pensionskasse Ehemann 2)  
Wertschriftenertrag
Liegenschaftenertrag 3)
Unterhalt effektiv 3) 
Fahrt zur Arbeit 4)
Mehrkosten für Verpflegung 4) 
Berufsauslagen effektiv 4)
Schuldzinsen Hypothek 5)
Versicherungsabzug
Steuerbares Einkommen
   
   

24'000 : 195 x 360
nach Todesdatum
10'500 : 7 x 12
15'400 : 7 x 12  
unregelmässig
7'800 : 195 x 360 
unregelmässig 
1'300 : 195 x 360
3'200 : 360 x 195 = steuerbar 
unregelmässig
4'000 : 195 x 360
6'200 : 360 x 195 = steuerbar
1.1. - 15.7.     
  

24'000  
0  
10'500  
15'400  
500  
7'800  
-2'500  
-1'300  
-1'733  
-2'309  
-2'000  
 -3'358  
45'000  
=====  
44'308  
0  
18'000  
26'400  
500  
14'400  
-2'500  
-2'400  
-3'200  
-2'309  
-3'692  
 -6'200  
83'307  
=====  

1)Der effektiv bis zum Todesdatum des Ehepartners ausbezahlte Lohn der Ehefrau wird für die Satzbestimmung aufgrund der Dauer der Steuerpflicht hochgerechnet. Das 13. Monatsgehalt fällt erst nach dem Todestag des Ehegatten an.

2)

Ansprüche auf Renten der AHV und der Pensionskasse werden jeweils am 1. des Monats für den gesamten Monat erworben. In diesem Beispiel besteht somit ein Anspruch auf 7 Monatsrenten. Für die Satzbestimmung wird der Rentenbetrag durch die Anzahl der erhaltenen Monatsrenten mal 12 Monate gerechnet.

3)

Der Mietwert aus Selbstnutzung wird gemäss der Dauer der Steuerpflicht berechnet. Effektiv deklarierte Unterhaltskosten für die Liegenschaft werden für die Satzbestimmung grundsätzlich nicht hochgerechnet.

4)

Die regelmässig abfliessenden Berufsauslagen werden satzbestimmend hochgerechnet. Da die übrigen Berufsauslagen effektiv und nicht pauschal deklariert worden sind, erfolgt für die Satzbestimmung keine Hochrechnung.

5)

Die seit Beginn der Steuerpflicht tatsächlich bezahlten Hypothekarzinsen (Zinstermine 31.3. und 30.6.) werden für die Satzbestimmung aufgrund der Dauer der Steuerpflicht hochgerechnet. Aufgelaufene Ratazinsen werden nicht berücksichtigt.

Bemessung Vermögenssteuer 1.1. - 15.7. (Todestag)

Reinvermögen per 15.07. (Todestag)Fr. 240'000
Steuerfreibetrag./.  Fr. 200'000
Steuerbares Vermögen per 15.07. (Todestag)  Fr.   40'000
========

Vom steuerbaren Vermögen wird die einfache Steuer für ein Jahr berechnet. Diese wird mit der Dauer der Steuerpflicht gewichtet (einfache Jahressteuer : 360 x 195).

3. Veranlagung der überlebenden Ehefrau vom 16.7. bis 31.12.

Einkommenssteuer
16.7. - 31.12.
Bemerkungen steuerbar  satzbe-
stimmend

Lohn Ehefrau 1)
13. Gehalt 1)
AHV-Witwenrente
Pensionskasse Witwenrente
Wertschriftenertrag
Liegenschaftenertrag 2)
Unterhalt pauschal 2) 
Fahrt zur Arbeit 3)
Mehrkosten für Verpflegung 3) 
Berufsauslagen effektiv 3)
Schuldzinsen Hypothek 4)
Versicherungsabzug
steuerbares Einkommen
   
   

24'000 : 165 x 360
unregelmässig
regelmässig (6'000 : 5 x 12)
regelmässig (6'600 : 5 x 12)
unregelmässig
6'600 : 165 x 360  
1'320 : 165 x 360 
1'100 : 165 x 360
3'200 : 360 x 165 = steuerbar 
unregelmässig
maximal Jahreszins
6'200 : 360 x 195 = steuerbar
16.7. - 31.12.    
  

24'000  
4'000  
6'000  
6'600  
2'000  
6'600  
-1'320  
-1'100  
-1'467  
-1'992  
- 2'000  
 -1'421  
39'900  
=====  
52'364  
4'000  
14'400  
15'840  
2'000  
14'400  
-2'880  
-2'400  
-3'200  
-1'992  
-4'000  
 -3'100  
85'432  
=====  

1)Der effektiv ab dem Todesdatum des Ehepartners ausbezahlte Lohn der Ehefrau wird für die Satzbestimmung aufgrund der Dauer der Steuerpflicht hochgerechnet. Der 13. Monatslohn wird für die Satzbestimmung dagegen nicht hochgerechnet.

2)

Der Mietwert aus Selbstnutzung wird gemäss der Dauer der Steuerpflicht berechnet. Der Pauschalabzug für den Liegenschaftenunterhalt wird für die Satzbestimmung aufgrund der Dauer der Steuerpflicht hochgerechnet.

3)

Die regelmässig abfliessenden Berufsauslagen seit Todesdatum des Ehegatten werden satzbestimmend hochgerechnet. Da die übrigen Berufsauslagen effektiv und nicht pauschal deklariert worden sind, erfolgt für die Satzbestimmung keine Hochrechnung.

4)

Die seit Beginn der Steuerpflicht tatsächlich bezahlten Hypothekarzinsen (Zinstermine 30.9. und 31.12.) werden für die Satzbestimmung aufgrund der Dauer der Steuerpflicht hochgerechnet. Für die Satzbestimmung wird maximal ein Jahreszins eingesetzt.

Bemessung Vermögenssteuer 16.7. - 31.12.

Reinvermögen per 31.12.Fr. 250'000
Steuerfreibetrag für Alleinstehende./.  Fr. 100'000
Steuerbares Vermögen per 31.12.  Fr. 150'000
========

Vom steuerbaren Vermögen wird die einfache Steuer für ein Jahr berechnet. Diese wird mit der Dauer der Steuerpflicht gewichtet (einfache Jahressteuer : 360 x 165).